ATS übungsanlage im ftz potzwenden
Schon bei einfachen Zimmerbränden
werden durch Kunststoffe hochgiftige Gase freigesetzt. Meldungen über
Gefahrgutunfälle häufen sich. Bei all diesen Notfällen wird von den Feuerwehren
umgehend Hilfe erwartet. Der Umgang mit den umluftunabhänigen Atemschutzgeräten
gehört deshalb zu den wichtigsten Kenntnissen der Feuerwehrleute. 30
Feuerwehrkameraden, darunter zwei Frauen, machten jetzt mit bei einer
Gewöhnungsübung für Atemschutzgeräteträger. Dieser Durchgang muss 2 mal pro Jahr
durchgeführt werden! Die ATS-Träger müssen im Brandeinsatz an vorderster Front
Menschen retten und einen Brand bekämpfen. Das ist eine Herausforderung, die
mitunter auch sehr gefährlich sein kann. Wer diese Aufgabe übernehmen möchte
muss körperlich und mental topfit sein! Das Tragen der zusätzlichen 20 Kg
schweren Ausrüstung erfordert viel Kraft, das mögliche Arbeiten direkt im Feuer
bei starkem Lärm, großer Hitze und gelegentlich nahezu vollständiger Dunkelheit
oder Orientierungslosigkeit braucht ein ausdauerndes und starkes Nervenkostüm.
Logisch, dass nicht jeder Feuerwehrmann Atemschutzgeräteträger wird oder werden
darf. Zunächst entscheidet ein ärztliches Gutachten über die medizinische
Tauglichkeit. Diese Prüfung muss alle drei Jahre wiederholt werden. Die
Ausbildung zum ATS-Träger findet für den Landkreis Göttingen in der
Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) Potzwenden, jeweils an zwei Wochenenden
statt. Neben der Theorie gehört gerade die praktische Anwendung zur Ausbildung:
Gewöhnungsübungen, Schulung der Atemtechnik, Kriechübungen, Flaschenwechsel und
vieles mehr. Die Belastungsprobe in der Atemschutzstrecke der FTZ ist
gefürchtet. Dort müssen die Lehrgangsteilnehmer eine bestimme Belastung binnen
30 min absolvieren. Das mag für den einen oder anderen Sportler einfach klingen
doch selbst für durchtrainierte Menschen ist diese starke Belastung enorm. Vor
der Kriechstrecke muss auf einem Laufband eine Strecke von 160 Metern Länge bei
einer Steigung von 8 % und einer Geschwindigkeit von 6 km/h absolviert werden.
Dann wird eine Endlosleiter bis zu einer Höhe von 25 m bestiegen. Nun wartet ein
Gewicht mit 50 kg auf den ATS-Träger. Der so genannte Schlaghammer. 25 mal muss
es bis zum Anschlag gezogen werden. Danach kommt die Kriechstrecke. Diese ist 60
m lang und ein Gebilde aus Metallgittern die von den ATS-Trägern bei völliger
Vernebelung (Diskonebel) durchlaufen werden muss. Höhenunterschiede über
Leitern, stilisierte Schachtdeckel und weitere Schikanen machen die Strecke zur
Herausforderung. Ist diese Geschafft wird noch mal die Endlosleiter
bestiegen und der Schlaghammer gezogen.
Text: Pressewart Helmuth Strippel