ICE-Unfall-großübung

Am Samstag, den 05.05.2001 wurde eine Großübung im Mühlenkopftunnel der ICE Strecke Kassel - Göttingen an der Grenze zwischen Nordhessen und Südniedersachsen durchgeführt. Angenommen wurde, das ein ICE der 3. Generation durch einen technischen Defekt eine Vollbremsung einlegen musste. 47 Freiwillige stellten sich als verletzte Passagiere zur Verfügung. Für 371 Einsatzkräfte, darunter auch Mitglieder der FFW Escherode, galt es diese zu retten. Um ca. 22.50 Uhr heulten die Sirenen von Vellmar bis nach Göttingen. Escherode rückte mit dem LF8 kurz nach der Alarmierung aus. Das Nordportal des Tunnels war nur über ein schmalen Feldweg zu erreichen, das Südportal war durch die Fuldabrücke vom nächsten Rettungsweg getrennt. Dennoch trafen die ersten Feuerwehrleute schon wenige Minuten nach 23 Uhr an den Portalen ein. In den Tunnel eindringen durfte zu diesen Zeitpunkt aber noch niemand! Zunächst musste sichergestellt sein, das die Oberleitung nicht mehr unter Spannung (15.000 Volt) steht. Nachdem abgeschaltet wurde hatte der zuständige DB Notfallmanager mit Beamten des BGS und Fachleuten der DB E-Technik an beiden Tunnelportalen um ca. 23.15 Uhr die Oberleitung geerdet. Diese Verbindung zwischen Oberleitung und Schiene ist zwingend notwendig, damit die Restspannung von ca. 5000 - 7000 Volt abgeleitet wird. Die örtlichen Einsatzkräfte konnten allerdings nicht mit ihrer Ausrüstung über die Schienen in die Röhre gelangen. Deswegen wurden die Rettungszüge aus Kassel und Hildesheim angefordert. Der Hessische RTZ übernahm die Südseite, der Hildesheimer RTZ die Nordseite. Mit rollbaren Tragen wurden die Passagiere zu den Rettungszügen gebracht die dann den weiteren Abtransport aus dem Tunnel durchführten.  

  

Mit dem Verlauf der Übung zeigte sich der Einsatzleiter, Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen, insgesamt zufrieden: "Die ehrenamtlichen Kräfte haben hervorragend mit dem Rettungszug zusammengearbeitet." Als größtes Problem nannte er die schmalen Zufahrtswege, die jeweils nur in einer Richtung befahren werden konnten. Auch hatte es Probleme mit den Funkgeräten gegeben - einerseits wegen der Topografie, andererseits, weil sich ältere Geräte nicht auf die notwendigen Kanäle einstellen ließen. Um 3.18 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben. Um ca. 4.15 Uhr trafen dann auch die letzten Kameraden unserer Wehr wieder im Feuerwehrgerätehaus ein.